Geschichte & Archäologie

Agios Konstantinos

Agios Konstantinos
Agios Konstantinos ist eine befestigte byzantinische Siedlung auf der kleinen Insel Telendos gegenüber von Kalymnos im Dodekanes. Sie wurde während der „dunklen Jahrhunderte” (7.–10. Jh.) gegründet, nachdem arabische Seeräuber die Bewohner zwangen, von der Küste in die Berge zu ziehen. Bis ins 6. Jahrhundert war Telendos noch Teil von Kalymnos – ein verheerendes Erdbeben (datiert auf 535 bzw. 554 n. Chr.) ließ einen Teil der Insel samt der antiken Hauptstadt Pothaia im Meer versinken, wodurch Telendos zur eigenständigen Insel wurde. Die neue Siedlung Agios Konstantinos wurde etwa 3 km nordwestlich auf dem Hang des Berges Ráhi in rund 250 m Höhe errichtet, vermutlich an der Stelle einer älteren antiken Siedlung. Von der mittelalterlichen Anlage sind heute noch Mauerreste, Hausruinen und die kleine Kapelle Agios Konstantinos und Eleni erhalten, die auf den Fundamenten einer früheren Basilika steht. Im 11. Jahrhundert kehrten die Bewohner zurück an die Küste, und später wurde die Insel zeitweise ganz aufgegeben – der Florentiner Mönch Cristoforo Buondelmonti beschrieb Telendos 1420 als unbewohnt.
Agios Konstantinos
Hinweg: Vom Hafen führt ein markierter Weg nach Norden am Meer entlang, Wanderzeit etwa 1 Stunde. Alternativ kann man ein Boot mieten, das einen in der kleinen Bucht unterhalb der Anlage absetzt – von dort sind es nur rund 20 Minuten zu Fuß hinauf. Festes Schuhwerk und ausreichend Wasser sind Pflicht – der Pfad ist steil und teilweise unmarkiert, man orientiert sich an Steinmännchen.
Agios Konstantinos
Vor Ort findest du die Überreste der befestigten byzantinischen Siedlung auf etwa 250 m Höhe am Berg Ráhi. Zu sehen sind:

  • Verteidigungsmauer mit Zinnen, die sich an der Nord- und Westseite entlang des Hangs zieht (ohne geschlossenen Mauerring – die Mauer folgt der Geländeform)
  • Ein kleiner Burgrest auf einer Felsnase nördlich der Siedlung, vermutlich byzantinischen Ursprungs und später von den Johannitern ausgebaut
  • Reste eines Rundturms oder Bollwerks am früheren Stadttor, wohl aus der späten Ritterzeit
  • Hausruinen und unterirdische, gewölbte Wasserzisternen – die Häuser waren erstaunlich groß für ein mittelalterliches Bergdorf
  • Die Ruine der großen Basilika Agios Konstantinos kai Eleni, in deren Apsis später eine kleine Kapelle eingebaut wurde – teils mit Fresken
  • Spektakulärer Ausblick über die Meerenge auf Kalymnos mit den Burgen Kastélli und Galatianí (Vryókastro)

Agios Konstantinos
Agios Konstantinos
Agios Konstantinos
Agios Konstantinos
Und dann der gemütliche Ausklang: Warten auf die Fähre zurück in der Taverne Rita

17.05.2026